Die Panzerjägertruppe

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1916-1945


Die Panzerjägertruppe, in den ersten Jahren noch Panzerabwehrtruppe genannt, enstand in der deutschen Armee nach dem "Panzerschock" im ersten Weltkrieg.
In Stellung gehen Abgeschossen! Ein Mark V der Engländer
Die Reichswehr hatte zwar keine Panzerabwehr, diese Truppe war ausdrücklich durch den Versailler Vertrag verboten! Man behalf sich mit Geschützattrappen, sogenannten „Holzgeschützen“, lediglich im geheimen wurden einige wenige Pak entwickelt, damals noch als „Tak“ (Tankabwehrkanone) bezeichnet. Versuche damit fanden z.B. während der ebenfalls geheimen Zusammenarbeit der Reichswehr mit der Roten Armee auf russischen Übungsplätzen statt. Erst nach der Machtergreifung Hitlers entstanden im Oktober 1934 die ersten „Kampfwagenabwehr-Abteilungen“, zunächst noch getarnt als Teile von Kraftfahrabeilungen. Als im Jahre 1935 die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland eingeführt wurde und die Wehrmacht entstand, wurden die Panzerabwehrabteilungen zu einem Hauptausrüstungsmerkmal der neuen Divisionen. Als eigenständige Truppe erhielten die Panzerjäger die Waffenfarbe "rosa" und auf den Schulterklappen, als Unterscheidung zur Panzertruppe, darauf den Buchstaben "P". Die Abteilungen wurden schwerpunktmäßig mit der Pak36 (Panzerabwehrkanone) ausgestattet die damals, mit ihrem Kaliber 3,7cm alle bekannten Panzer bekämpfen konnte. Nach Ausbruch des Krieges, und nach Auftauchen von immer schwerer gepanzerten Kampfpanzern, wurden auch die Panzerabwehrgeschütze verbessert. Über die Pak38 (1939, Kaliber 5cm), Pak40 (1940, Kaliber 7,5cm) bis zur Pak43 (1943, Kaliber 8,8cm) wurden die Geschütze aufgewertet.
14./Infanterieregiment 260 in Grafenwöhr 14./Infanterieregiment 260 in Grafenwöhr-mit Beutefahrzeugen 'RENAULT Chenillette d' Infanterie'
3,7cm Pak36/37 ...im Einsatz 5cm Pak38 7,5cm Pak40 8,8cm Pak43

Bereits im Jahre 1939, nach dem Polenfeldzug, wurden die ersten Panzerjägerfahrzeuge auf gepanzerten Selbstfahrlafetten erprobt. Mit dem "Panzerjäger I" war das erste Panzerjägerfahrzeug aus der Wiege gehoben, dem einige, schnellentwickelte offene Panzerjägerfahrzeuge folgten.
Panzerjäger I MarderII auf Fahrgestell PanzerII MarderIII auf Fahrgestell Pz38 (t)

Auch diese Panzerjägerfahrzeuge wurden immer weiter verbessert, bis, am Ende des Krieges mit dem "Jagdpanzer Hetzer" ein wirklich gutes Panzerjägerfahrzeug zur Verfügung stand. Zeitgleich zur Entwicklung der Panzerjägerfahrzeuge wurde die Sturmartillerie, eigentlich zur Begleitung der Infanterie, aufgestellt. Diese "Sturmgeschütze" wurden jedoch im Laufe der Kriegshandlungen immer mehr zum Schwerpunkt der Panzerabwehr eingesetzt und erzielten große Erfolge.
Panzerjäger III/IV Nashorn Panzerjäger Ferdinant/Elefant Jagdpanzer Hetzer Jagdpanzer IV Jagdpanther Jagdtiger Sturmgeschütz III Sturmgeschütz IV
Die Wehrmacht stellte ab 1943 ausserdem selbständige "schweren Panzerjägerabteilungen" auf die mit viel Erfolg an allen Fronten kämpften. Gegen Kriegsende waren sogar die ersten Versuchsmuster von PzAbw-Lenkraketen verfügbar die jedoch nicht mehr eingesetzt wurden.

Die Entwicklung der Panzerjäger endete so am 08.05.1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.